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Daniela Loisl

1965 wurde Daniela Loisl in Wagna in der Steiermark geboren. In der Steiermark verbrachte sie aber nur das erste Lebensjahr, da ihre Mutter dann heiratete und mit ihrem Mann nach Oberösterreich zog. Dort wuchs sie dann gemeinsam mit ihrer Schwester auf. Durch ihren Stiefvater lernte sie schon in ganz jungen Jahren reiten. Mit ihrem Pony startete sie schon in jungen Jahren auf Turnieren und heimste einige Siege ein.

Die Liebe zu den Pferden blieb natürlich auch als sie dann später eine Lehre in einer Galerie absolvierte, dort die Lehrabschlussprüfung in Kunst bestand und auch mit 19 Jahren in ihre erste eigene Wohnung zog. Beruf, Freizeit, Sport - das unbeschwertes Leben einer jungen Frau.

Nach einigen Jahren, sie war ca 21 Jahre alt, begannen sich die ersten Beschwerden in den Gelenken abzuzeichnen. Betroffen waren zuerst - für die chronische Polyarthritis typisch - nur die Fingergelenke. Daniela Loisl schob diese Schmerzen vorerst einer Überanstrengung der Sehnen zu und erst nach einigen Wochen suchte sie ihren Hausarzt auf. Dieser stellte nach eingehender Untersuchung auch die - richtige - Diagnose: chronische Polyarthritis (cP)

Das Gute an dem Ganzen war, dass die richtige Diagnose sehr bald feststand. Der negative und schwerwiegende Faktor jedoch war, dass man 1986 in der Medizin den entzündlich rheumatischen Krankheitsbildern eher noch abwartend gegenüber stand. Im Klartext hieß das damals für die Beroffenen und auch für Daniela Loisl: mal warten und sehen wie sich die Krankeit entwickelt. "Behandelt" wurde sie nur mit NSAR (nicht stereoiden Antirheumatika), also schmerzlindernen Medikamenten, die aber nicht lange halfen. Heute weiß man, dass man so früh als möglich und so aggressiv wie nötig die Krankheit mit einer entsprechenden Basistherapie behandeln muss.

Schübe mit heftigsten Schmerzen, Schwellungen und starken Entzündungen waren die Folge. Oft so schlimm, dass sie Tageweise ihrem Arbeitsplatz fern bleiben musste. Glücklicherweise hatte sie von ihrem stehenden Beruf im Verkauf in die Telekom, in ein Großbüro, gewechselt. Auch ihr in der Zwischenzeit gekauftes und selbst eingerittenes und trainiertes Pferd musste sie schweren Herzens wieder verkaufen, da es nicht mehr möglich war, dem Reitsport nachzugehen. 5 Jahre lang war sie diesem extremen Martyrium ausgesetzt ohne Aussicht auf Besserung oder wenigstens Schmerzlinderung. In dieser Zeit lernte sie auch ihren heutigen Mann Christian Loisl kennen. Die junge Beziehung wurde durch die schwere Erkrankung auf eine ernste Probe gestellt. Zwischen den Schüben war der Umgang mit den Schmerzen zwar leichter, aber im Laufe der Zeit wurden die Abstände zwischen den Schüben immer kürzer und die Schmwerzen noch heftiger und auch andere Gelenke wie Knie, Hüfte, Sprunggelenke, Zehengelenke, ja, eigentlich der ganze Körper waren mit der Zeit betroffen. Und dann, nach schließlich 5 Jahren, überwies sie ihr Hausarzt in die Rheumaambulanz nach Linz.

1991 wurden ihr dort das erste Mal Cortison und eine Basistherapie mit Sandimmun (Cyclosporin) verschrieben. Nach zwei Tagen Cortisoneinnahme fühlte sie sich wie neugeboren! Unfassbar, aber was sie schon nicht mehr für möglich gehalten hatte, war eingetreten: endlich, nach so langer Zeit waren die starken Schwellungen in den Kniegelenken zurück gegangen und auch die Schmerzen waren beinah zur Gänze verschwunden! Natürlich hatte dies auch auf die Lebensqualität und auf das Seelenleben einen sehr positiven Einfluss. Nichts desto trotz waren aber durch die jahrelange "Nichtbehandlung" und den sehr aggressiven Verlauf der Erkrankung schon Schädigungen in den Gelenken aufgetreten.

1992 wurde bei Daniela Loisl die erste Synovektomie bei den rechten Fingergrundgelenken durchgeführt. In der postoperativen Phase trug sie sich erstmals mit dem Gedanken, eine Selbsthilfegruppe (SHG) auf zu suchen. Sie dachte, dass sie nicht alleine mit diesem "Problem" sein könne und hatte das Bedürfnis sich mit anderen Mitbetroffenen auszutauschen. Diesen Gedanken in die Tat umzusetzen war aber schwerer als vorgestellt, da sie in ganz Österreich keine Selbsthilfegruppe für Rheuma ausfindig machen konnte.

Durch einen Zufall hörte sie sich im Herbst 1992 in Wels einen Vortrag über Rheuma von dem Internisten Dr. Rudolf Puchner und dem Orthopäden Dr. Franz Humer an. An diesem Tag wurde von Daniela Loisl und Dr. Rudolf Puchner der Grundstein für die erste Rheuma-Selbsthilfegruppe gelegt. Mit vier Leuten wurde diese Gruppe gegründet die bis heute besteht und mittlerweile mehr als 100 Mitglieder umfasst. Dr. Puchner ist auch heute noch der betreuende Arzt diese Selbsthilfegruppe und es kommen immer wieder Interessierte dazu.

Aus der Gemeinschaft der Gruppenbetreuung, Daniela Loisl als Leiterin dieser SHG und Dr. Ruolf Puchner als medizinscher Betreuer dieser und letztendlich auch als behandelnder Arzt von Daniela Loisl, wurde auch die Idee geboren, gemeinsam ein Buch zu schreiben.